Heizungszug nie rosta

Diesmal ist ein Bauteil dran, daß ein eher unauffällige Leben führt, aber durch sein vorzeitiges Ableben sehr unangenehm auf sich aufmerksam macht, nämlich heiße Füße im Sommer oder Eisbein im Winter.

Gemeint ist der Heizugszug. Jeder hat ihn schon einmal auswechseln müssen und spätestens nach 2 Wintern erreicht der Unterkiefer des Käfer-Fahrers den unteren Totpunkt, wenn der Zug erneut gewechselt werden muß.

Das verwundert nicht, wenn man weiß, daß der Heizungszug aus normalem Eisendraht besteht. Hinzu kommt, daß die Gummi-Tülle, das hintere Ende des Heizungs- Führungsrohres abdichtet, aus Bequemlichkeit nicht montiert wird oder rissig und spröde ein sinnloses Dasein führt. Dann haben Wasser Dreck und alle sonstigen Widrigkeiten des Autoaltags freien Zutritt in das Führungsrohr und gehen mit dem Heizugszug eine innige Verbindung ein, was für diesen den baldigen Exitus bedeutet.

Hier nun der Verbesserungsvorschlag

Als erstes besorgt man sich einen Heizugszug passend zum Fahrzeug, sowie 2 Gaszüge, die nicht unbedingt zum Fahrzeug passen müssen, da deren Länge eh auf die Länge des Heizugszuges eingekürzt werden müssen. Weiterhin besorgt man sich noch aus den Bastler- oder Modellbau noch ein Messingrohr mit 5mm Außen- und 4mm Innen- Durchmesser.

Von beiden Gaszügen wird das abgekröpfte Ende, welches normalerweise an der Pedalerie eingehängt wird, mit einem kräftigen Seidenschneider oder einer Beißzange anbschnitten (Tip: vorher mit Lötzinn bearbeiten, dann franst nichts aus). Dann wird vom Messingrohr ein ca. 4cm langes Stück abgesägt und über die freien Enden der beiden Gaszüge geschoben. Nun legt man den Heizugszug und die Eigenkonstruktion nebeneinander auf den Boden und biegt das Messingrohr genau an der Stelle zweimal rechtwinklig ab, an der auch der Original Heizugszug sein Abschlußstück hat. Die beiden überflüssigen Stücke des Gaszüge werden abgeschnitten (auch vorher mit Lötzinn bearbeiten).

Also nur noch den alten Heizugszug bzw. seine Reste ausbauen und den neuen Luxus-Heuizugszug in die Führungsrohre einfädeln und die Welt ist wieder in Ordnung.

Wenn nicht müssen die beiden Führungsrohre gesäubert werde. Am allersbesten funktioniert das mit einer biegsamen Welle mit 5mm Durchmesser, die es eigens für diesen Zweck in Baumärkten zu kaufen gibt. nachdem das Fürhungsrohr von beiden Seiten mit reichlich Caramba (...WD 40 usw) befüllt wurde (Einwegspritze mit Schlauch verwenden), spannt man die Welle in die Bohrmaschine und führt sie in das Rohr ein. Mit  n ie d r i g er Drehzahl und w e n i g Vorschub fräst man sich innerhalb des Rohres nach vorne. Zu hohe Drehzahl oder zu starker Druck führen dazu, daß sich die Welle in sich verdreht, irgendwann einknickt und unbrauchbar wird oder man das Führungsrohr beschädigt. Arbeitszeitangaben: von 2 Minuten bis 2 Stunden ist alles möglich.

Irgendwann ist das Führungsrohr frei, der Heizugszug wird eingebaut und an den Wärmetuschern bzw. Heizugshebel eingehängt. Eventzell ist die Borhrung am Heizugshebel leicht zu vergrößern. Selbstverständlich sollten die Gummitüllen am Ende der Führunsrohre und die Rückholfedern am Wärmetauschergestänge mit erneuert werden

Quellenangabe: Beetle Bibel 1/93 Käferclub Petterweil

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